Wenn das Leben Kopf steht - wie du innere Stärke wiederfindest.
- Tina Rüegg

- 14. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Ein persönlicher Erfahrungsbericht über Selbstmitgefühl, Achtsamkeit, Positive Psychologie und Selbsthypnose in herausfordernden Lebensphasen.
Wenn das Leben Kopf steht
Es gibt Momente im Leben, in denen wir den Boden unter den Füssen nicht mehr spüren. Plötzlich ist alles anders. Verzweiflung, Angst, Wut, Hoffnungslosigkeit oder völlige Überforderung können uns dann wie eine Welle überrollen.
Ich weiss genau, wie sich das anfühlt. Auch in meinem Leben gab es eine Zeit, in der gefühlt alles Kopf stand.
Ein medizinischer Eingriff, der mein Leben auf den Kopf stellte
Im August 2021 hatte ich einen geplanten operativen Eingriff. Alles war gut vorbereitet: Termine im Geschäft, genügend Erholungszeit, ein klarer Plan. Nach fünf Tagen Spitalaufenthalt sollte ich wieder zu Hause sein und einfach regenerieren.
Doch es kam anders.
Die Schmerzen liessen trotz Schmerzmitteln nicht nach. Ich dachte zuerst, ich sei einfach „wehleidig“. Bei der Kontrolle teilte mir meine Ärztin jedoch mit, dass mein Zustand besorgniserregend sei – ich musste sofort zurück ins Spital. Ein Nierenstau. Komplikationen. Eine reale Gefahr.
Plötzlich raste mein Gedankenkarussell:
Warum ich? Warum jetzt? Habe ich etwas übersehen? Was, wenn ich eine Niere verliere?
Fünf Eingriffe in acht Tagen.
Eine Situation, die mich körperlich wie emotional an meine Grenzen brachte.
Gefühle zulassen – statt dagegen ankämpfen
In dieser Phase erlebte ich Angst, Unsicherheit, Traurigkeit, Wut und Hoffnungslosigkeit. Und ich erlaubte mir, all diese Emotionen zu fühlen.
Denn selbst der stärkste Indianer bricht irgendwann zusammen.
Ich musste in diesem Spitalbett nicht stark sein.
Ich durfte weinen.
Ich durfte verletzt sein.
Und ich durfte Mitgefühl für mich selbst empfinden.
Selbstmitgefühl – mein Rettungsanker
Dank meiner Ausbildung in der Positiven Psychologie wusste ich, wie kraftvoll Selbstmitgefühl in Krisen sein kann. Die Forschung von Kristin Neff zeigt deutlich, dass Selbstmitgefühl uns in schwierigen Situationen stabilisiert, verbindet und stärkt.
Ihr Buch „Selbstmitgefühl“ kann ich wärmstens empfehlen.
Ich schenkte mir in dieser Zeit immer wieder Worte wie:
„Ja, es ist gerade schwierig. Und ich darf so fühlen.“„Ich bin nicht allein – anderen geht es manchmal ähnlich.“„Ich gehe liebevoll und freundlich mit mir um.“
Und tatsächlich: Mit jedem bewussten Moment fühlte ich mich ruhiger, stabiler und gestärkter.
Selbsthypnose – ein Geschenk in herausfordernden Momenten
Ein weiteres Werkzeug, das mir half, war die Selbsthypnose. Einige der Eingriffe fanden unter Teilnarkosen statt. Durch meine frühere Hypnose-Ausbildung hatte ich meinen persönlichen „Lieblingsplatz“ bereits verankert.
Sobald ich in einen Operationssaal geschoben wurde, richtete ich meine Aufmerksamkeit in meine innere Welt. Dorthin, wo es ruhig und sicher ist.
Schmerzen rückten in den Hintergrund, mein Körper entspannte sich, und mein Geist konnte für einige Momente durchatmen.
Hypnose ist kein Zauber – aber sie wirkt. Sie verändert den Fokus. Und damit unser Empfinden.
Wenn Pflichtgefühl zur Belastung wird
Neben all dem Körperlichen kam noch etwas anderes dazu: Ich konnte meine Klienten nicht wie geplant betreuen. Für mich als sehr pflichtbewusster Mensch war das hart.
Ich fühlte mich wie eine Versagerin – obwohl ich wusste, dass das nicht der Realität entsprach.
Alte Glaubenssätze meldeten sich. Diese durfte ich dank eines wertvollen Tools meines Coachs transformieren.
Als ich dann allen Klientinnen und Klienten schrieb, bekam ich ausschliesslich Verständnis und Mitgefühl.
Das hat mich tief berührt und bestärkt.
Zurück ins Leben – Schritt für Schritt
Nach einiger Zeit konnte ich wieder arbeiten und meinen Alltag aufnehmen. Meine körperliche Kraft baute ich unter anderem mit einer einfachen Meditationsübung in Bewegung wieder auf.
Heute weiss ich:
Jede schwierige Phase trägt etwas Gutes in sich. Manchmal sehen wir es erst später.
Das Sprichwort von Oscar Wilde trifft es perfekt:
„Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“
Diese Erfahrung hat mich nicht geschwächt – im Gegenteil.
Sie hat mich wachsen lassen, resilienter gemacht und mir einmal mehr gezeigt, wie kraftvoll unsere inneren Ressourcen sind.
Du hast mehr Stärke in dir, als du denkst
Wir alle haben Fähigkeiten, die uns durch schwere Zeiten tragen:
Resilienz, Hoffnung, Selbstmitgefühl, Mut, Akzeptanz, innere Weisheit.
Schenke deinen Gedanken liebevolle Aufmerksamkeit – denn dort, wo du deine Energie hinlenkst, verändert sich dein Erleben.
Möchtest du mehr über Positive Psychologie, Hypnose, Coaching oder Achtsamkeit erfahren?
Ich begleite dich gerne, wenn dein Leben gerade Kopf steht.
Unverbindlich. Menschlich. Echt.
Kontaktiere mich – ich bin für dich da.
Lass es dir gut gehen und rock dein Leben.
Dein Pure Inside Coach
Tina




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