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Achtsamkeit

6. Nov. 2020
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Sept.

Was bedeutet Achtsamkeit?

Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen – mit dem, was gerade da ist.

Nicht gestern.Nicht morgen.Sondern jetzt.

Achtsamkeit ist eine jahrtausendealte Praxis mit Wurzeln in buddhistischen Traditionen. Heute ist sie auch in der westlichen Welt angekommen und wird unter anderem in der Stressbewältigung eingesetzt.

Einer der bekanntesten Vertreter ist Jon Kabat-Zinn. Er entwickelte das Programm MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) – ein achtwöchiges Programm zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit.

Doch Achtsamkeit ist weit mehr als eine Methode gegen Stress.

Sie kann zu einer Haltung werden, mit der wir uns selbst und unserem Leben bewusster begegnen.


Achtsamkeit im Alltag – warum sie heute so wichtig ist

Unser Alltag ist schnell geworden.

Wir funktionieren, organisieren, planen, reagieren und erledigen.

Zwischen Arbeit, Familie, Verpflichtungen und den eigenen Ansprüchen bleibt oft wenig Raum, um überhaupt wahrzunehmen, wie es uns gerade geht.

Stress wird dabei leicht zum Dauerzustand.

Wir bemerken häufig erst spät, dass unser Körper und unsere Psyche längst nach einer Pause verlangen.

Achtsamkeit kann dabei unterstützen, wieder bewusster wahrzunehmen:

Was passiert gerade in mir?

Was fühle ich?Was denke ich?Was braucht mein Körper?Und was brauche eigentlich ich?


Was bedeutet es, achtsam zu sein?

Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen – möglichst ohne ihn sofort zu bewerten.

Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf das, was gerade geschieht.

Zum Beispiel auf:

  • unseren Atem

  • Körperempfindungen

  • Geräusche

  • Gerüche

  • Gedanken

  • Gefühle

  • unsere Umgebung

Dabei geht es nicht darum, unangenehme Gedanken oder Gefühle einfach wegzumachen.

Vielmehr lernen wir, sie wahrzunehmen, ohne uns sofort von ihnen mitreissen zu lassen.

Das kann einen wichtigen Unterschied machen.

Denn ich bin nicht jeder Gedanke, den ich denke.

Und ich muss auch nicht auf jeden Gedanken sofort reagieren.


Achtsamkeit und das Gedankenkarussell

Vielleicht kennst du das:

Ein Gedanke kommt.

Dann folgt der nächste.

Und noch einer.

Plötzlich bist du mitten in einem Gedankenkarussell und findest kaum noch heraus.

Auch ich kenne diesen Zustand.

Eine Übung, die mir damals geholfen hat, war erstaunlich einfach.

Ich setzte mich in den Garten und beobachtete eine Pflanze.

Sobald ich bemerkte, dass ein Gedanke auftauchte, fragte ich mich:

„Welcher Gedanke kommt als Nächstes?“

Dann wartete ich.

Und plötzlich entstand etwas Spannendes:

Eine kleine Pause zwischen zwei Gedanken.

Ich begann, diese Pause wahrzunehmen.

Mit der Zeit wurde sie länger.

Für mich war das eine unglaubliche Wohltat.


Achtsamkeit ist keine Entspannungstechnik

Achtsamkeit wird häufig mit Entspannung gleichgesetzt.

Doch das ist nicht ganz dasselbe.

Manchmal fühlen wir uns während einer achtsamen Übung ruhig und entspannt.

Manchmal nehmen wir aber auch Unruhe, Traurigkeit, Anspannung oder andere Gefühle wahr.

Auch das gehört dazu.

Achtsamkeit bedeutet nicht:

„Ich muss mich jetzt entspannen.“

Sondern:

„Ich nehme wahr, was gerade da ist.“

Ohne mich dafür verurteilen zu müssen.


Achtsamkeit beginnt mit dem Atem

Eine der einfachsten Möglichkeiten, wieder im gegenwärtigen Moment anzukommen, ist unser Atem.

Und das Schöne daran:

Du hast ihn immer dabei.


Eine kleine Achtsamkeitsübung

Wenn du gerade in einem Raum bist, öffne ein Fenster.

Setze oder stelle dich bequem hin.

Schliesse für einen Moment deine Augen und atme bewusst aus.

Lass die Luft vollständig aus deinen Lungen fliessen.

Dann atme langsam wieder ein.

Wiederhole dies einige Male.

Und dann beobachte einmal die kleine Pause zwischen dem Ausatmen und dem nächsten Einatmen.

Du musst nichts verändern.

Nur wahrnehmen.

Wie fühlt sich dein Atem an?

Was geschieht in deinem Körper?

Welche Gedanken tauchen auf?

Und was passiert, wenn du ihnen nicht sofort folgst?

Diese einfache Übung kannst du jederzeit in deinen Alltag integrieren – besonders dann, wenn du merkst, dass du angespannt, gestresst oder innerlich unruhig bist.


Achtsamkeit darf zu einer Lebenshaltung werden

Achtsamkeit ist nichts, was wir einmal lernen und danach „können“.

Es ist wie beim Tanzen.

Ein Kurs allein macht uns noch nicht zu Tänzerinnen oder Tänzern.

Wir brauchen Übung.

Genauso ist es mit der Achtsamkeit.

Je häufiger wir bewusst innehalten, desto leichter kann es werden, auch im Alltag wieder zu uns selbst zurückzufinden.

Vielleicht nur für einen Atemzug.

Vielleicht für eine Minute.

Vielleicht für einen ganzen Moment.

Und manchmal verändert genau dieser kleine Moment mehr, als wir denken.


Was kann Achtsamkeit bewirken?

Regelmässige Achtsamkeitspraxis kann dabei unterstützen, bewusster mit Stress, Gedanken und Emotionen umzugehen.

Sie kann helfen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und einen bewussteren Umgang mit sich selbst zu entwickeln.

Für mich persönlich bedeutet Achtsamkeit vor allem eines:

wieder bei mir anzukommen.

Nicht ständig funktionieren zu müssen.

Nicht alles sofort lösen zu müssen.

Sondern wahrzunehmen, was gerade ist.


Meine persönliche Verbindung zur Achtsamkeit

Während meiner Ausbildung zum Coach für Positive Psychologie begegnete mir das Thema Achtsamkeit noch einmal ganz bewusst.

Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Das, was ich über Jahre intuitiv praktiziert hatte, hatte einen Namen:

Achtsamkeit.

Vieles von dem, was dort vermittelt wurde, war für mich logisch und nachvollziehbar und bestätigte Erfahrungen, die ich selbst gemacht hatte.

Daraus entstand meine Begeisterung, dieses Wissen weiterzugeben.

Denn ich glaube, dass Achtsamkeit nicht kompliziert sein muss.

Sie darf einfach beginnen.

Hier.

Jetzt.

Mit einem einzigen bewussten Atemzug.


Achtsamkeit gemeinsam erleben

Achtsamkeit lässt sich alleine praktizieren.

Aber auch gemeinsam kann sie zu einer wertvollen Erfahrung werden.

Gemeinsam üben, wahrnehmen und voneinander lernen kann dabei helfen, Achtsamkeit Schritt für Schritt in den Alltag zu integrieren.

Denn wie beim Tanzen gilt auch hier:

Übung macht den Unterschied.

Und vielleicht entdecken wir dabei etwas, das längst da war:

mehr Ruhe, mehr Klarheit und einen liebevolleren Kontakt zu uns selbst.


Mein Fazit

Achtsamkeit bedeutet nicht, dass plötzlich alle Sorgen verschwinden.

Sie bedeutet vielmehr, dass wir lernen können, ihnen bewusster zu begegnen.

Und vielleicht beginnt genau dort etwas Entscheidendes:

Wir hören auf, ständig nur auf das Aussen zu reagieren – und beginnen wieder wahrzunehmen, was in uns geschieht.


Eine Blume zwischen den geöffneten Händen der Dankbarkeit.
Achtsamkeit - im Hier und Jetzt



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© 2026 by Tina Rüegg

Pure Inside - Tina Rüegg

Zertifizierte Hypnosetherapeutin, Coach Positive Psychologie, Coach Autogenes Training, Coach NLP Master

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